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Orchestral Manoeuvres in the Dark
Meine Chronik
1982 wurde ich auf die Band aufmerksam. Ich war
11 Jahre alt und "Maid of Orleans" war mein Lieblingssong für viele Wochen. Als das
Video-Clip in Peter Illmann´s Formel-Eins lief, sah ich die Band zum ersten Mal. Der
Titel war zu der Zeit vier Wochen auf Platz 1 der deutschen Single-Charts und hielt sich
25 Wochen lang unter den Top 20. Es war der erste OMD-Song den ich hörte.
Inzwischen kaufte ich mir die alten OMD-Platten. Bis 1984 hatte ich alle bisher erschienen Vinyl-Platten zusammen. Dabei gefielen mir besonders die ersten OMD-Songs wie z.B. "Enola gay". Ich wußte nun auch daß OMD neben den Band-Leaders Andy Mc Cluskey und Paul Humphreys aus Mal Holmes und Martin Cooper bestand.
Die Anfangszeiten von OMD hatte ich also überhaupt nicht mitbekommen. Von den Songs vor "Maid of Orleans" hörte ich 1982 den Titel "Soevenir" als erstes. Der Song war die erste Single-Auskopplung des 1981er-Albums "Architecture&Morality", welches wohl als der Klassiker unter den OMD-Album bezeichnet werden kann. Andy und Paul waren damals angetan von der Idee, sich musikalisch mit der "Jungfrau von Orleans" auseinanderzusetzen. So entstand der Song "Joan of Arc". Dass zwei Titel mit diesem Thema auf dem Album erschienen, war erst wohl nicht geplant. Aber gut, dass "Maid of Orleans" noch hinzukam, der Song der in Deutschland der allergrößte OMD-Hit werden sollte. Den Song "Electricity", welcher dem 1980er-Album ("Orchestral Manoeuvres in the dark") entstammt, hörte ich erstmalig ebenfalls 1982 im Süddeutschen Rundfunk. Ich wusste zwar nicht, dass es OMD war, doch es gefiel mir und ich ahnte es von den Stimmen her, dass es OMD sein könnte. Und es war auch so. :-) Den Titel nahm ich auf meinem damaligen Kassettenrekorder auf.
Lange hörte man nichts mehr von OMD, dennoch lief "Maid of Orleans" in meinem Walkman damals rauf und runter. Neben Songs wie "Words" von FR-David oder "Dream on" von Nazareth war dies in diesem Jahr mein absoluter Lieblingssong. Andy und Paul überlegten derweil, wie sie weitermachen sollten. Andy war beflügelt von dem Vorhaben, wieder mehr in die Experimentalschiene zu gehen. Er hielt nichts von einem zweiten "Enola gay", wie es oft von den Printmedien gefordert wurde. "Enola gay", der etwas irreführende Song aus dem Jahr 1980 ist kein Homosexuellensong, sondern ein Titel der von dem Hiroshimabomber aus dem Jahr 1945 handelt. Dieser Song war der erste große Hit für OMD, nicht in Deutschland, jedoch vor allem in Asien bis 1982 immer wieder gerne gespielt. Ich war damals noch zu klein und bekam "Enola gay" erst 1983 zu hören, als ich mir das Album "Organisation" aus dem Jahr 1980 kaufte. Jedenfalls arbeiteten Paul und Andy an vielen Klangmustern für neues Material, welches sich dann im neuen Album "Dazzle ships" wiederfinden sollte.
1983 erschien dann die erste Single "Genetic engineering"... Viele Kritiker waren über den neuen Musik-Stil erstaunt, der schwer ins Ohr ging. Der Song, wie auch das ganze Album klingt sperrig und wirkt wie ein Aufbegehren von OMD, sich musikalisch in den Mainstream fallen zu lassen. Im Fahrwasser des risigen Erfolgs mit "Architecture&Morality" verkaufte sich das "Dazzle ships" zwar ordentlich, doch OMD hatten ihre Fans und Kritiker irritiert, Die Single erreichte in Deutschland noch Platz 21. Als zweite Single kam "Telegraph", der noch am ehesten hitverdächtige Titel des Albums. Er fand in den charts aber kaum Beachtung. Heute sagt Andy, dass es wohl ein Fehler war, 1983 einen solchen Wechsel im Musikstil einzuschlagen. Freilich ist dieses Album heute bei den Kritikern und Fans hoch angesehen, damals irritierte es jedoch viele. Dazzle ships beinhaltet neben Radiomitschnitten, Klangexperimenten auch ansprechende Titel, die jedoch kaum als Single geeignet waren.
Schon 1983 gab es dann einen allgemeinen Umbruch in den Hitparaden zu verzeichnen, die Sounds von Bands wie U2 oder Ultravox (Midge Ure hatte mit seinem Projekt "Visage" zuvor Erfolg), die erfolgreich waren, klangen gitarrenlastiger mit wavigen Elementen. Das "New wave" und der Synthi-Pop waren "old fashioned", es wurden neue Richtungen eingeschlagen. Auch die "Neue Deutsche Welle" hatte ihren Höhepunkt hinter sich, so daß Bands wie Nena oder Trio nur noch wenige Hits produzierten. Die OMD-Single "Locomotion" war seit zwei Jahren wieder mal ein großer Hit für OMD, ebenfalls das schöne "Talking Loud and Clear" war sehr erfolgreich. Das zugehörige Album "Junk Culture" war für OMD ein abermaliger Wandel. Weg vom Experimentellen viel mehr zum Mainstream. Diesmal war es ein Album mit vielen 3-Minuten-Songs, die man als Single veröffentlichen konnte. Der experimentell-elektronische Klang war deutlich zurückgefahren, stattdessen klingt das Album viel ausgefeilter und melodiöser, zumindest in den meisten Songs. Kurioserweise waren lediglich die ersten beiden Singles in Deutschland Charterfolge. Der Song "Tesla girls", der ursprünglich als erste Single geplant war, fiel überraschenderweise durch, wie auch das von Paul gesungene "Never turn away". Für viele hatten OMD ihre Originalität mit diesem Wechsel der Musikrichtung aufgegeben.
Ich kann mich erinnern, dass ich Anfang 1985 bereits ungeduldig wartete, bis OMD wieder einen neuen Titel veröffentlichen würde. Im Mai war es dann endlich soweit. Ich stöberte in Plattenläden immer als erstes bei "O"... und siehe da, endlich hatte ich "So in Love" in der Hand. Das war in Schwäbisch Gmünd im damaligen "Horten". Natürlich kaufte ich mir sofort die Vinyl-Maxi und hörte sie an. Das Album "Crush (1985) klingt noch glatter und ausgefeilter als sein Vorgänger. Fast steril möchte man meinen. Auch diesmal gab es viel Kritik von der Presse und Kritikern, doch die Fans mochten weitgehend diese Songs und die Konzerte waren begehrt und gefeiert.
OMD 2007

(Quelle: http://www.germanmanoeuvres.com )
Nun war der Höhepunkt der Schaffenskraft und des Erfolges von OMD gekommen. Die Singles "So in love" und "Secret" kamen 1985 in den Hitparaden beide unter die Top 20. Es ging von Auftritt zu Auftritt und von Interview zu Interview. Von LP zu LP. Langsam kamen aber auch die unterschiedlichen Auffassungen über den OMD-Musikstil von Andy und Paul zu Tage, was zu kontroversen Diskussionen führte. Dazu kam der Zeitdruck, der auch von der Plattenindustrie ausgübt wurde. Finanziell waren OMD nicht auf Rosen gebettet, so dass nur wenig Zeit für ein neues Album blieb. Als erste Single erschien 1986 "Forever Live And Die", ein romantischer Titel, der mit zu den drei größten OMD-Erfolgen zählt. Zum ersten mal hörte ich den Song im Radio, als ich bei meinen Eltern im Auto saß. Irgendwie lief der Titel im Hintergrund, bis mir der Song auffiel mit der Stimme von Paul Humphreys. Ich dachte mir, das kann doch nur OMD sein. Natürlich bin ich dann baldmöglichst in den Plattenladen und habe mir die Single gekauft. In der Deutschen Single-Hitparade erreichte der Titel Platz 8. Erstaunlicherweise war die nächste Single "We love you" ein Reinfall. Kritiker bemängelten Andy´s "nasale Knödelstimme", die die Leute davon abhielte, die Single zu kaufen. Auf dem Album "The Pacific Age" waren einige (unbeachtete) interessante Songs enthalten, wie zum Beispiel das spärische und experimentelle "The dead girls". Erstaunlich, wenn man bedenkt wie wenig Zeit dafür vorhanden war. Das Album wirkte weniger glatt wie der Vorgänger "Crush".
Für den Film "Pretty in Pink" produzierten OMD 1986 den Song "If you leave", der in den USA erfolgreich war, in Deutschland aber nicht den Sprung in die Charts schaffte.
Zwischen Andy und Paul gab es weiter Probleme. Nicht im zwischenmenschlichen Bereich, sondern in den unterschiedlichen Auffassungen, wie es mit OMD nun weitergehen solle. Sie konnten sich nicht auf eine musikalische Richtung einigen. Dazu kam weiterhin die Hetze und der Druck nach neuen Alben. Die Band konnte nicht mehr zusammenarbeiten, so dass es zum Bruch kam. 1988 machten sie zwar noch den Titel "Dreaming" zusammen, doch es war das Ende. Paul war nicht mit dem Song einverstanden und stieg aus der Band aus. Auch die beiden anderen wollten so nicht mehr weitermachen und stiegen aus. Im selben Jahr erschien noch eine Best-of-OMD-LP.
Andy wollte auch aufhören mit OMD, zudem kamen große private Probleme dazu. Es war eine Nachdenkliche Zeit für ihn. Es gab Differenzen mit Paul, aber auch anderen Bandmitgliedern, denn Paul wollte als OMD weiter Musik veröffentlichen. So kam es zum langwierigen Rechtstreit. Erst zwei Jahre später, als Andy "grünes Licht" bekam und sich weiter "OMD" nennen konnte, konnte er sich wieder aufrappen und arbeitete an neuen Tracks. Recht schnell kam es auch zu einer Idee, nämlich einem Song namens "Pandoras Box", welche später eine Single sein sollte im ersten Album nach dem lange währenden Rechtstreit um die Benutzung des Namen "OMD". Das Comeback lohnte sich, denn aus dem Album "Sugar-Tax" kam die Single "Sailing on the seven seas", sie wurde wurde ein weiterer Top 10-Hit. Darauf aufmerksam wurde ich bei meinen Eltern am Esstisch. Andy Mc Cluskey war wohl am Abend zuvor im TV mit der neuen Single aufgetreten. Mein Vater sagte "der Typ von OMD war da gestern abend im Fernsehen".. ich fragte weiter nach und er meinte "ein Lied mit vielen Trommeln". Das war dann die letzte Vinyl-Schallplatte, die ich gekauft habe.
Es schien, als wäre der OMD-Stern wieder voll am leuchten. "Sailing on the Seven seas" kletterte in die Top 10 der Singlecharts in Deutschland. In meinen Augen wohl auch die beste OMD-Single der 90er-Jahre. Hinterher kam dann das beliebte "Pandora´s box", das bis heute gerne gespielt wird. Es sollte aber leider der bis heute letzte große OMD-Hit werden. Kurios: Der Titelsong "Sugar Tax" ist nicht auf dem Album zu finden, sondern lediglich auf der B-Seite von "Sailing on the Seven seas" (5'' mit "Burning"). Grund: Der Song wurde nicht rechtzeitig genug fertig.
Sailing on the seven seas (1991), live gespielt 2006 (Nokia Night of the proms)
Eine relative Enttäuschung war dann das Album "Liberator". Von der Musik her deutlich schwächer als sein Vorgänger "Sugar Tax" und auch kommerziell. Die erste Single "Stand above me" war ein Flop, ebenso "Everyday". Lediglich das hervorragende "Dream of me (based on Love´s theme)" fand Anerkennung, war aber nur ein mittelmäßiger Erfolg. Andy bedauert heute, diesen Titel nicht als erste Single gebracht zu haben. Herausragend übrigens der Song "The best years of our lives", der leider zum Unverständnis einiger nie als Single ausgekoppelt wurde. Andy sagt heute im Bezug auf diesen Titel "I am proud of this song". Ansonsten ist das Album vergleichsweise blass und gefühlt poppig-seicht. "Everyday" sollte ursprünglich die erste Singleauskopplung sein, was dann aber noch umgeändert wurde.
Mit der Band Kraftwerk (Karl Bartos) sang Andy 1994 unter dem Namen "Electric Musik" den Titel "Kissing the Machine". Ein bemerkenswerter Song, der aber leider kaum Beachtung fand.
1996 ließ die Single "Walking on the Milky Way" wieder etwas von dem fröhlich-simplen OMD-Stil früherer Hits erahnen. Andy fand den Titel klasse, doch es wurde nur ein mittelmäßiger Erfolg. In den Hitparaden war der Britpop sehr angesagt und Andy Mc Cluskey meinte "wenn Oasis diesen Titel produziert hätte, wäre er ein Hit geworden". Als dann die Folgesingle "Universal" herauskam, konnte man spüren, dass es für lange Zeit die letzte OMD-Single sein würde. Wie dieser Song klingt auch das gleichnamige Album von ein paar Ausnahmen abgesehen melancholisch und nachdenklich. Im gesamten viel weniger poppig als die Alben zuvor. Mehr E-Gitarrensounds, exotischere Klangmuster. Das Album "Universal" wurde damals von vielen als eines der besten OMD-Alben aller Zeiten gepriesen, obwohl es kommerziell ein Flop war. Andy wollte nicht mehr OMD sein, neue Wege gehen.
Andy bemerkte, daß der Erfolg ausbleibt und wandte sich anderen Dingen zu, zum Beispiel engagierte er sich für neue junge Bands, damit sie einen Einstieg in die Musikszene bekommen sollten. Er schrieb Texte für eine junge Mädchenband, und zwar "Atomic Kitten". Paul Humphreys gründete unterdessen die Band "The listening pool", die jedoch keinen nennenwerten Hit hervorbrachte.
Weitere wichtige Stationen waren 1998, als eine weitere "Best-of"-CD veröffentlicht wurde und der August 1999, als Andy Vater einer Tochter wurde. Sehr interessant sind übrigens die beiden Veröffentlichungen "Peel Sessions" im Jahr 2000 (eine Collage aus Demo-Versionen verschiedener OMD-Songs aus den Jahren 1979 bis 1983) und "Navigation", das Album mit den B-Seiten verschiedener OMD-Singles.
Im Sommer 2001 klettert "Whole again" von den Atomic Kittens auf Platz 1 der deutschen Single-Charts.
Ob es aber jemals wieder neue OMD-Songs geben wird, blieb damals nur abzuwarten. Andy sagt um das Jahr 2000 herum, seine Zeit mit OMD ist zu Ende und er wolle nicht in die Vergangenheit blicken...
Hier die 2004 von Hagen Schmitt veröffentliche sehr umfangreiche und informative "OMD-Story" (Biografien, Geschichten, Bilder). Sie beschreibt die Anfänge in den 70er-Jahren, die Zeit der vielen Hits zu Anfang der 80er-Jahre, die Trennung 1989, Andys OMD-Zeit in den 90ern und alles was sich so um die Jahrtausendwende herum abgespielt hat.
Im Sommer 2005 dann tatsächlich die Nachricht einer OMD-Reuinion. OMD traten bei RTL in der Chartshow seit Ende der 80er-Jahre erstmals wieder in Orginalbesetzung auf. Andy stellte in Aussicht, dass es zum Jahr 2006 ein neues OMD-Album geben könnte. Als erste Single war das bereits aufgenommene "Sister Marie says" geplant.
Ein neues Album ließ dann aber noch länger auf sich warten, ebenso die bereits seit 2002 im Raum stehende Veröffentlichung eines Albums mit bisher unveröffentlichtem Material.
OMD bei der RTL-Chartshow im Mai 2005. Diesen 31.Mai 2005 kann man im Prinzip als Datum der Wiedervereinigung von OMD bezeichnen.

2006 und 2007 traten OMD bei der "Nokia Night of the Proms" auf, bei der klassische Hits mit Orchester unterstützt präsentiert werden. Es ist eine genreübergreifende Show, bei der Pop, Chor und klassisches Orchester verbunden werden. Inspiriert wurden OMD dabei Ende 2006 von Midgue Ure, der seinen Titel "Vienna" auf diese Weise präsentierte. Auch 2009 arbeiteten OMD mit klassischen Elementen ("The energie suite"). Die alten Hits wurden zusammen mit dem Royal Liverpool Philharmonic Orchestra gespielt.
Mehr Details hier.
2007 gingen OMD auf Tournee mit ihrem 1981er-Album "Architecture and Morality". Paul Humphreys hatte allerdings noch Auftritte mit der Band "One Two", bei der er zusammen mit Claudia Brücken (Propaganda) arbeitete.
Ende 2007 tauchte im Internet der erste brandneue OMD-Song auf. Für ein "Number-One-Album" Liverpooler Bands nahmen OMD den Song "Whole again" neu auf. Anfang 2008 kam dieses Album auf den Markt.
Entgegen ihrer früherer Ansichten, dass die alten vor allem unveröffentlichen bzw. raren Videoclips besser in den Archiven verschwinden zu lassen, weil sie ihren zu wenig anspruchsvoll erschienen, kam dann im September 2008 eine Greatest-Hits-DVD auf den Markt mit lückenloser Chronologie aller Singles und Videoclips zu den Singles.
2009 präsentierten OMD im Internet ein freies Demo, welches bald auch auf Youtube kursierte. Der Titel "Sister Marie says", der lange als erste Single für ein neues OMD-Album betrachtet wurde. Die Demo-Version wurde aber bereits 1996 für das Album "Universal" aufgenommen, kam jedoch dann doch nicht mit auf das Album, weil es Andy zu sehr "Enola gay" ähnelte und von der Gesamtstimmung des Albums zu sehr abweicht.
OMD blieben auch 2010 nicht untätig. Zwar wurde von der Veröffentlichung eines "Unreleased albums" abgesehen, dafür wurde an einem brandneuen Album gearbeitet, was immer wieder auch für Live-Auftritte unterbrochen wurde. Bald wurde das erste neue Studioalbum seit 1996 angekündigt. "History of Modern" sollte am 17.September 2010 erscheinen. Die erste Single sollte "If you want it" sein. Es ist ein kraftvoller, tragender Song mit klarem OMD-Wiedererkennungswert. Er erreichte in Deutschland auf Anhieb Platz 49 in den Single-Charts.
2010 gab es im Zuge der Veröffentlichung von "History of Modern" eine große Tournee mit umjubelten Auftritten. Bescheiden war dann jedoch die Resonanz der darauffolgenden Single-Auskopplung "Sister Marie says". Die neu überarbeitete Version wurde in keinen Charts notiert (außer in unteren Bereichen der Englischen Top 200) und fand wenig öffentliche Wahrnehmung. Erst im März 2011 wurde mit "History of Modern Part 1" eine dritte Single veröffentlicht, allerdings als "Extended Play" in Limited edition. Vielfach wurde bemängelt, dass Titel wie "New Babies:new toys" oder "History of Modern Part 1" nicht als erste beiden Singles ausgewählt wurden. Die Band betonte im Sommer 2010, dass einigen (vermutlich Londoner bzw. Liverpooler) Radiostationen verschiedene Demos von Songs aus dem neuen Album zugesendet wurden und der Tenor war, dass sie "If you want it" und "Sister Marie says" im Radio spielen würden. So war die Entscheidung über die Wahl der ersten beiden Singles gefallen. In Deutschland sind diese beiden Titel schon bald nach der Veröffentlichung nicht mehr im Radio zu hören, mit OMD verbinden die meisten Menschen weiterhin die Hits aus den 80er-Jahren, welche im Radio weiterhin gelegentlich gespielt werden. Andy Mc Cluskey sagt heute, man muss das akzeptieren und OMD ist heute keine Band, die Radiohits haben wird.
Eine weitere Single-Auskopplung, nämlich "New Babies;New toys", die von Andy im Spätsommer 2011 für die USA ankündigte, fand als Download-Track offenbar statt, jedoch ein Jahr nach dem Erscheinen des Gesamt-Albums ohne nennenswerte Wahrnehmung. In den USA wurde zudem ein Track veröffentlicht mit dem Titel "Save me". Ein Mash-Up-Track mit Elementen aus "Messages", der OMD-Single aus dem Jahr 1980. Für diese Veröffentlichung, wurde der Gesang von Aretha Franklin verwendet. In den USA war dies eine Single und auf dem Gesamtalbum als 14.Track gepresst. In Deutschland fehlt dieser Track auf dem Album, er kursiert lediglich als kurzer Schnipsel auf Youtube.
Das Album dagegen war ein schöner Erfolg, in Deutschland wurden inoffiziellen Angaben nach über 100.000 Exemplare verkauft. Platz 5 in den deutschen Album-Charts ist die höchste Platzierung, die je ein OMD-Album in Deutschland erreichte. 9 Wochen war es in den Top 100 der Media-Control-Albumcharts vertreten (veröffentlicht werden nur die Top 50).
Die Singles aus "History of Modern"
If you want it (Veröffentlichung: 7.September 2010)
Sister Marie says (Veröffentlichung: 15.November 2010)
History of Modern Part 1 (Veröffentlichung: 7.März 2011)
New Babies;New toys (Livevideo veröffentlicht 17.08.2011)
2011 gab es eine weitere Konzertreihe in Deutschland, die "History of Modern Part 2-Tour". Schnipsel vom Auftritt am Dresdener Elbufer. Eine Veranstaltung mit dem wunderschönen Rahmen der beleuchteten Dresdener Altstadt:
Für die Zukunft planen OMD ein Album mit dem Arbeitstitel "English Electric". Allerdings wollen sie sich Zeit lassen und nicht wie in den mittlleren 80ern von Album zu Album hetzen. In heutigen Interviews betonen OMD immer wieder, dass sie den Fehler viel zu oft gemacht haben, sich nicht genug Zeit gelassen zu haben für ein Album. "History of Modern" dauerte mehrere Jahre, in denen die Songs nach und nach "wuchsen". Man kann nur hoffen, dass die Band zusammen bleibt und auch gesundheitlich alles beim Besten bleibt. Mal Holmes hatte bis 2005 einige Herzoperationen und Martin Cooper ein langjähriges Rückenleiden. Andy Mc Cluskey tut seine ausgefallene Tanzerei bei den Auftritten sichtlich gut. Eigener Aussage nach hat er über 10 Kilo seit 2005 abgenommen. Im Dezember 2011 sind OMD nach einer Tour durch die vereinigten Staaten im Studio, um Songs für das neue Album mit dem Arbeitstitel "English Electric" aufzunehmen.
Sehr interessante Interviews mit Andy Mc Cluskey aus 2011:
http://www.contactmusic.com/new/home.nsf/interview/interview-with-andy-mccluskey-from-omd-july-2011
und
http://www.electricity-club.co.uk/html/int_mcluskey.html
Diskografie
Alle OMD-Singles (höchste Platzierung deutsche Single-Charts)
|
1979 |
|
Electricity |
- |
|
1980 |
|
Red frame, white light |
- |
|
|
|
Enola gay |
- |
|
|
|
Messages |
- |
|
1981 |
|
Soevenir |
39 |
|
|
|
Joan of Arc |
- |
|
1982 |
|
Maid of Orleans |
1 |
|
1983 |
|
Genetic Engineering |
20 |
|
|
|
Telegraph |
39 |
|
1984 |
|
Locomotion |
14 |
|
|
|
Talking Loud And Clear |
18 |
|
|
|
Tesla girls |
- |
|
|
|
Never turn away |
- |
|
1985 |
|
So in Love |
18 |
|
|
|
Secret |
25 |
|
|
|
La femme accident |
- |
|
1986 |
|
Forever Live and die |
8 |
|
|
|
We love you |
- |
|
1987 |
|
Shame |
- |
|
|
|
If you leave |
- |
|
1988 |
|
Dreaming |
26 |
|
1991 |
|
Sailing On the Seven Seas |
9 |
|
|
|
Pandora´s box |
11 |
|
|
|
Then you turn away |
56 |
|
|
|
Call my name |
28 |
|
1993 |
|
Stand Above me |
33 |
|
|
|
Dream of me |
53 |
|
|
|
Everyday |
60 |
|
1996 |
|
Walking on the Milky Way |
53 |
|
|
|
Universal |
- |
|
2010 |
|
If you want it |
49 |
|
|
|
Sister Marie says |
- |
|
2011 |
|
History of Modern (Part I) |
- |
Die OMD-Alben (höchste Platzierung deutsche Album-charts)
| 1980 | Orchestral Manoeuvres in the Dark | - | |
| 1980 | Organisation | - | |
| 1981 | Architecture & Morality | 8 | |
| 1983 | Dazzle ships | 11 | |
| 1984 | Junk Culture | 9 | |
| 1985 | Crush | 13 | |
| 1986 | The Pacific Age | 15 | |
| 1988 | The Best of OMD | 8 | |
| 1991 | Sugar Tax | 8 | |
| 1993 | Liberator | 17 | |
| 1996 | Universal | 39 | |
| 1998 | The OMD-Singles | 30 | |
| 2000 | John Peel Sessions (frühe Versionen) | - | |
| 2001 | Navigation (B-Sides-Album) | - | |
| 2008 | Messages (Singles, Promovideos) | - | |
| 2010 | History of Modern | 5 |
Marco Puckert, letzte Änderung: 10.12.2011