Orchestral Manoeuvres in the Dark

 

Chronik

 

ENGLISH ELECTRIC - NEUES ALBUM 2013 (siehe weiter unten)

 

Klick: Deutschlands größte OMD-Community

 

Kleine Chronologie der englischen Band Orchestral Manoeuvres in the Dark (Liverpool), etliches auch aus persönlicher Sicht formuliert.

Die Band wurde 1978 in Liverpool (England) gegründet. Zuerst als Vorgruppe von Gary Numan, entstanden bereits Stücke wie die mehrfach neu angenommen "Julias Song" oder "Electricity". Aufsehen erreichten sie erstmalig mit den Singles "Messages" und "Enola gay" (ein Song, der von dem Hiroshimabomber aus dem Jahr 1945 handelt). In Deutschland jedoch waren sie noch recht unbekannt, was sich 1982 änderte. Das Album "Architecture and Morality" verkaufte sich ordentlich und aus ihm wurden in England zwei Top5-Singles ausgekoppelt, nämlich das von Paul Humphreys gesungene "Souvenir" und eben auch "Joan of Arc". Andy und Paul waren damals angetan von der Idee, sich musikalisch mit der "Jungfrau von Orleans" auseinanderzusetzen. So entstand dieser Titel. Dass hierbei jedoch zwei Titel mit diesem Thema erschienen, war erst wohl nicht geplant. Mehrfach wurden Versuche fallen gelassen und wieder aufgenommen. Niemand wusste, dass "Maid of Orleans" der "Bahnbrecher" für OMD werden sollte.. Der damals also beinahe das Album unberücksichtigte Titel wurde dann im Januar 1982 als Single veröffentlicht. So wurde ich selbst damals auf die Band aufmerksam. "Maid of Orleans" war mein "Lieblingssong" und als das Video-Clip in Peter Illmann´s Formel-Eins lief, sah ich die Band zum ersten Mal. Der Track  war zu der Zeit vier Wochen auf Platz 1 der deutschen Single-Charts und hielt sich 25 Wochen lang unter den Top 20. Es war der erste OMD-Song den ich hörte. 

Nach dieser Zeit besorgte ich mir die bisher veröffentlichten OMD-Platten. Bis 1984 hatte ich alle bisher erschienen Vinyls zusammen.  Ich wußte nun auch, dass OMD neben den Band-Leadern Andy Mc Cluskey und Paul Humphreys aus Malcholm Holmes und Martin Cooper bestand.

 Von den Songs, die vor "Maid of Orleans" veröffentlicht wurden, hörte ich im Jahr 1982 den Titel "Soevenir" als erstes. Dieser Track war die erste Single-Auskopplung des 1981er-Albums "Architecture&Morality", welches wohl als der Klassiker unter den OMD-Album bezeichnet werden kann. Den Song "Electricity", welcher dem 1980er-Album ("Orchestral Manoeuvres in the dark") entstammt, hörte ich erstmalig ebenfalls 1982 im Süddeutschen Rundfunk. Ich wusste zwar nicht, dass es OMD war, doch es gefiel mir und ich ahnte es von den Stimmen her, dass es OMD sein könnte. Und es war auch so. :-) Den Titel nahm ich auf meinem damaligen Kassettenrekorder auf.

Heute ein Klassiker der Anfangsjahre von OMD ist das "Bunker Soldiers", welches nie als Single ausgekoppelt wurde:

 

 

 

1982 war geplant, nach dem großen Erfolg vom Maid of Orleans den Titel "She´s leaving" als 4.Single aus dem Album "Architecture and Morality" zu veröffentlichen, wogegen jedoch Andy und Paul Einspruch erhoben. Heute lässt sich sagen, dass sie mit einer weiteren Single damals wohl großen Erfolg gehabt hätten im Fahrwasser von Maid of Orleans.

Lange hörte man nichts mehr von OMD. Andy und Paul waren 1982 kurz davor, vom Musikgeschäft ausgelaugt und dessen überdrüssig, für OMD nie mehr Songs aufnehmen zu wollen. In dieser Phase entstand "Of all the thing´s we´ve made". Zudem gab es schon jeher unterschiedliche Auffassungen von Paul und Andy über die musikalische Ausrichtung von OMD. Erst im weiteren Verlauf überlegten sie, wie sie weitermachen sollten. Andy war zum Beispiel angetan von dem Vorhaben, wieder mehr in die Experimentalschiene zu gehen. Er hielt nichts von einem zweiten "Enola gay", wie es oft von den Printmedien gefordert wurde. Paul und Andy arbeiteten dann an vielen Klangmustern für neues Material, welches sich dann im neuen Album "Dazzle ships" wiederfinden sollte.

1983 erschien dann die erste Single "Genetic engineering". Viele Kritiker waren über den neuen Musik-Stil erstaunt, der schwer ins Ohr ging. Der Song, wie auch das ganze Album klingt sperrig und wirkt wie ein Aufbegehren von OMD, sich musikalisch nicht in den Mainstream fallen lassen zu wollen. Im Fahrwasser des riesigen Erfolgs des Vorgängeralbums  "Architecture&Morality" verkaufte sich das "Dazzle ships" zwar ordentlich, doch OMD hatten ihre Fans und Kritiker irritiert, Die Single erreichte in Deutschland noch Platz 21. Als zweite Single kam "Telegraph", der noch am ehesten hitverdächtige Titel des Albums. Er fand in den charts aber kaum Beachtung. Heute sagt Andy, dass es wohl ein Fehler war, 1983 einen solchen Wechsel im Musikstil einzuschlagen. Freilich ist dieses Album heute bei den Kritikern und Fans hoch angesehen, damals irritierte es jedoch viele. Dazzle ships beinhaltet neben Radiomitschnitten, Klangexperimenten auch ansprechende Titel, die jedoch kaum als Single geeignet waren. 2013 sollten OMD mit "English Electric" nochmal an diese musikalische Phase erinnern.

Schon 1983 gab es dann einen allgemeinen Umbruch in den Hitparaden zu verzeichnen, die Sounds von Bands wie U2 oder Ultravox (Midge Ure hatte mit seinem Projekt "Visage" zuvor Erfolg), die erfolgreich waren, klangen gitarrenlastiger mit wavigen Elementen. Das "New wave" und der Synthi-Pop waren "old fashioned", es wurden neue Richtungen eingeschlagen. Auch die "Neue Deutsche Welle" hatte ihren Höhepunkt hinter sich, so daß Bands wie Nena oder Trio nur noch wenige Hits produzierten. Die OMD-Single "Locomotion" war seit zwei Jahren wieder mal ein großer Hit für OMD, ebenfalls das schöne "Talking Loud and Clear" war sehr erfolgreich. Das zugehörige Album "Junk Culture"  war für OMD ein abermaliger Wandel. Weg vom Experimentellen viel mehr zum Mainstream. Diesmal war es ein Album mit vielen 3-Minuten-Songs, die man als Single veröffentlichen konnte. Der experimentell-elektronische Klang war deutlich zurückgefahren, stattdessen klingt das Album viel ausgefeilter und melodiöser, zumindest in den meisten Songs. Kurioserweise waren lediglich die ersten beiden Singles in Deutschland Charterfolge. Der Song "Tesla girls", der ursprünglich als erste Single geplant war, fiel überraschenderweise durch, wie auch das von Paul gesungene "Never turn away". Für viele hatten OMD ihre Originalität mit diesem Wechsel der Musikrichtung aufgegeben.

Ich kann mich erinnern, dass ich Anfang 1985 bereits ungeduldig wartete, bis OMD wieder einen neuen Titel veröffentlichen würde. Im Mai war es dann endlich soweit. Ich stöberte in Plattenläden immer als erstes bei "O"... und siehe da, ich hatte "So in Love" in der Hand. Das war in Schwäbisch Gmünd im damaligen "Horten". Ich besorgte mir die Vinyl-Maxi-Single (damals als es noch keine CDs gab, waren dies "echte" Maxi-Singles im Vergleich zu den "normalen" Singles)  und hörte sie an. Das Album "Crush (1985) klingt noch glatter und ausgefeilter als sein Vorgänger. Fast steril möchte man meinen. Auch diesmal gab es viel Kritik von der Presse und Kritikern, doch die Fans mochten weitgehend diese Songs und die Konzerte waren begehrt und gefeiert.

 

 

Nun war der Höhepunkt der Schaffenskraft und des Erfolges von OMD gekommen. Die Singles "So in love" und "Secret" kamen 1985 in den Hitparaden beide unter die Top 20. Es ging von Auftritt zu Auftritt und von Interview zu Interview. Von LP zu LP. Langsam kamen aber auch die unterschiedlichen Auffassungen über den OMD-Musikstil von Andy und Paul zu Tage, was zu kontroversen Diskussionen führte. Dazu kam der Zeitdruck, der auch von der Plattenindustrie ausgübt wurde. Finanziell waren OMD nicht auf Rosen gebettet, so dass nur wenig Zeit für ein neues Album blieb. Als erste Single erschien 1986 "Forever Live And Die", ein romantischer Titel, der mit zu den drei größten OMD-Erfolgen zählt. Zum ersten mal hörte ich den Song im Radio, als ich bei meinen Eltern im Auto saß. Irgendwie lief der Titel im Hintergrund, bis mir der Song auffiel mit der Stimme von Paul Humphreys. Ich dachte mir, das kann doch nur OMD sein. Natürlich bin ich dann baldmöglichst in den Plattenladen und habe mir die Single gekauft. In der Deutschen Single-Hitparade erreichte der Titel Platz 8. Erstaunlicherweise war die nächste Single "We love you" ein Reinfall. Kritiker bemängelten Andy´s "nasale Knödelstimme", die die Leute davon abhielte, die Single zu kaufen. Auf dem Album "The Pacific Age" waren einige (unbeachtete) interessante Songs enthalten, wie zum Beispiel das spärische und experimentelle "The dead girls". Erstaunlich, wenn man bedenkt wie wenig Zeit dafür vorhanden war. Das Album wirkte weniger glatt wie der Vorgänger "Crush".

Für den Film "Pretty in Pink" produzierten OMD 1986 den Song "If you leave", der in den USA erfolgreich war, in Deutschland aber nicht den Sprung in die Charts schaffte. 

Zwischen Andy und Paul gab es weiter Probleme. Nicht im zwischenmenschlichen Bereich, sondern in den unterschiedlichen Auffassungen, wie es mit OMD nun weitergehen solle. Sie konnten sich nicht auf eine musikalische Richtung einigen. Dazu kam weiterhin die Hetze und der Druck nach neuen Alben. Die Band  konnte nicht mehr zusammenarbeiten, so dass es zum Bruch kam. 1988 machten sie zwar noch den Titel "Dreaming" zusammen, doch es war das Ende. Paul war nicht mit dem Song einverstanden und stieg aus der Band aus. Auch die beiden anderen wollten so nicht mehr weitermachen und stiegen aus. Im selben Jahr erschien noch eine Best-of-OMD-LP.

Andy wollte auch aufhören mit OMD, zudem kamen große private Probleme dazu. Es war eine Nachdenkliche Zeit für ihn. Es gab Differenzen mit Paul, aber auch anderen Bandmitgliedern, denn Paul wollte als OMD weiter Musik veröffentlichen. So kam es zum langwierigen Rechtstreit. Erst zwei Jahre später, als Andy "grünes Licht" bekam und sich weiter "OMD" nennen konnte, konnte er sich wieder aufrappen und arbeitete an neuen Tracks. Recht schnell kam es auch zu einer Idee, nämlich einem Song namens "Pandoras Box", welche später eine Single sein sollte im ersten Album nach dem lange währenden Rechtstreit um die Benutzung des Namen "OMD".  Das Comeback lohnte sich, denn aus dem Album "Sugar-Tax" kam die Single "Sailing on the seven seas", sie wurde wurde ein weiterer Top 10-Hit. Darauf aufmerksam wurde ich bei meinen Eltern am Esstisch. Andy Mc Cluskey war wohl am Abend zuvor im TV mit der neuen Single aufgetreten. Mein Vater sagte "der Typ von OMD war da gestern abend im Fernsehen".. ich fragte weiter nach und er meinte "ein Lied mit vielen Trommeln". Das war dann die letzte Vinyl-Schallplatte, die ich gekauft habe.

Es schien, als wäre für Andy der alte Erfolg zurück gekehrt. "Sailing on the Seven seas" kletterte in die Top 10 der Singlecharts in Deutschland. In meinen Augen wohl auch die populärste OMD-Single der 90er-Jahre. Hinterher kam dann das beliebte "Pandora´s box", das bis heute gerne gespielt wird. Es sollte aber leider der bis heute letzte große OMD-Hit werden. Kurios: Der Titelsong "Sugar Tax" ist nicht auf dem Album zu finden, sondern lediglich auf der B-Seite von "Sailing on the Seven seas" (5'' mit "Burning"). Grund: Der Song wurde nicht rechtzeitig genug fertig.

 

Sailing on the seven seas (1991), live gespielt 2006 (Nokia Night of the proms)

 

 

 

Eine relative Enttäuschung war dann das im Jahr 1993 veröffentlichte Folgealbum  "Liberator". Viele Fans mochten es, doch mit der recht poppigen und stellenweise seichten Scheibe kamen nicht annähernd die Resonanzen wie beim "Sugar-Tax"-Album zwei Jahre zuvor, kommerziell und von den Kritiken her. Die erste Single "Stand above me" war ein Flop, ebenso "Everyday". Lediglich das hervorragende "Dream of me (based on Love´s theme)" fand Anerkennung, war aber nur ein mittelmäßiger Erfolg. Andy bedauert heute, diesen Titel nicht als erste Single gebracht zu haben. Herausragend übrigens der Song "The best years of our lives", der leider zum Unverständnis einiger  nie als Single ausgekoppelt wurde. Andy sagt heute im Bezug auf diesen Titel "I am proud of this song". "Everyday" sollte ursprünglich die erste Singleauskopplung sein, was dann aber noch umgeändert wurde.

Mit der Band Kraftwerk (Karl Bartos) sang Andy 1994 unter dem Namen "Electric Musik" den Titel "Kissing the Machine". Ein bemerkenswerter Song, der aber leider kaum Beachtung fand.

1996 ließ die Single "Walking on the Milky Way" wieder etwas von dem fröhlich-simplen OMD-Stil früherer Hits erahnen. Andy fand den Titel klasse, doch es wurde abermals wieder nur ein mittelmäßiger Erfolg. In der jüngeren Öffentlichkeit wie auch in den Charts war gerade der Britpop sehr angesagt und Andy Mc Cluskey meinte "wenn Oasis diesen Titel produziert hätte, wäre er ein Hit geworden". Als dann die Folgesingle "Universal" herauskam, konnte man spüren, dass es für lange Zeit die letzte OMD-Single sein würde. Wie dieser Song klingt auch das gleichnamige Album von ein paar Ausnahmen abgesehen melancholisch und nachdenklich. Im gesamten viel weniger poppig als die Alben zuvor. Mehr E-Gitarrensounds, exotischere Klangmuster. Das Album "Universal" wurde damals von vielen als eines der besten OMD-Alben aller Zeiten gepriesen, obwohl es kommerziell ein Flop war. Andy wollte nicht mehr OMD sein, neue Wege gehen.

Andy bemerkte, dass die Wahrnehmung von OMD mehr und mehr ausbleibt, zumindest wenn man dies mit 10 Jahren zuvor vergleicht,  und wandte sich anderen Dingen zu, zum Beispiel engagierte er sich für neue junge Bands, damit sie einen Einstieg in die Musikszene bekommen sollten. Er schrieb Texte für eine junge Mädchenband, und zwar "Atomic Kitten". Paul Humphreys gründete unterdessen die Band "The listening pool" mit Titeln wie u.a. "Oil for the lamps of china" oder "still life".

Weitere wichtige Stationen waren 1998, als eine weitere "Best-of"-CD veröffentlicht wurde und der August 1999, als Andy Vater einer Tochter wurde. Sehr interessant sind übrigens die beiden Veröffentlichungen "Peel Sessions" im Jahr 2000, welches eine Collage aus Demo-Versionen verschiedener OMD-Songs aus den Jahren 1979 bis 1983 sind. Hier konnten OMD bei den Aufbahmesitzungen des John Peel mehrfach teilnehmen. Zudem kam später noch das Album  "Navigation" mit den B-Seiten verschiedener OMD-Singles. 

 

Im Sommer 2001 klettert "Whole again" von den Atomic Kittens auf Platz 1 der deutschen Single-Charts.

Ob es aber jemals wieder neue OMD-Songs geben würde, blieb damals nur abzuwarten. Andy sagte um das Jahr 2000 herum, seine Zeit mit OMD ist zu Ende und er wolle nicht in die Vergangenheit blicken. OMD war für Fans und die Öffentlichkeit Geschichte.

Hier die von Hagen Schmitt veröffentliche und immer wieder aktualisierte umfangreiche  "OMD-Story" (Biografien, Geschichten, Bilder). Sie beschreibt die Anfänge in den 70er-Jahren, die Zeit der vielen Hits zu Anfang der 80er-Jahre, die Trennung 1989, Andys OMD-Zeit in den 90ern und alles was sich so um die Jahrtausendwende herum bis heute abgespielt hat.

Im Sommer 2005 dann tatsächlich die Nachricht einer OMD-Reuinion. OMD traten bei RTL in der Chartshow seit Ende der 80er-Jahre erstmals wieder in Orginalbesetzung auf. Andy stellte in Aussicht, dass es zum Jahr 2006 ein neues OMD-Album geben könnte. Als erste Single war das bereits aufgenommene "Sister Marie says" geplant.

Ein neues Album ließ dann aber noch länger auf sich warten, ebenso die bereits seit 2002 im Raum stehende Veröffentlichung eines Albums mit bisher unveröffentlichtem Material.

 

OMD bei der RTL-Chartshow im Mai 2005. Diesen 31.Mai 2005 kann man im Prinzip als Datum der Wiedervereinigung von OMD bezeichnen.

 

 

2006 und 2007 traten OMD bei der "Nokia Night of the Proms" auf, bei der klassische Hits mit Orchester unterstützt präsentiert werden. Es ist eine genreübergreifende Show, bei der Pop, Chor und klassisches Orchester verbunden werden. Inspiriert wurden OMD dabei Ende 2006 von Midgue Ure, der seinen Titel "Vienna" auf diese Weise präsentierte. Auch 2009 arbeiteten OMD mit klassischen Elementen ("The energie suite"). Die alten Hits wurden zusammen mit dem Royal Liverpool Philharmonic Orchestra gespielt.

Mehr Details hier.

2007 gingen OMD auf Tournee mit ihrem 1981er-Album "Architecture and Morality". Paul Humphreys hatte allerdings noch Auftritte mit der Band "One Two", bei der er zusammen mit Claudia Brücken (Propaganda) arbeitete.

Ende 2007 tauchte im Internet der erste brandneue OMD-Song auf. Für ein "Number-One-Album" Liverpooler Bands nahmen OMD den Song "Whole again" neu auf. Anfang 2008 kam dieses Album auf den Markt.

Entgegen ihrer früherer Ansichten, dass die alten vor allem unveröffentlichen bzw. raren Videoclips besser in den Archiven verschwinden zu lassen, weil sie ihren zu wenig anspruchsvoll erschienen, kam dann im September 2008 eine Greatest-Hits-DVD auf den Markt mit lückenloser Chronologie aller Singles und Videoclips zu den Singles.

Inzwischen war musikalisch eine Zeit angebrochen, in der weniger bestimmte Richtungen angesagt waren, wie einst die Neue Deutsche Welle, der New Wave oder der Britpop. Es war im Prinzip wieder "alles" gefragt  und viele ältere Bands brachten wieder neue Scheiben heraus. Zwar zumeist dann nur in eher bescheidenen Hitparaden-Bereichen, weil das junge Publikum meist fehlt, doch vieles konnte sich wieder hören lassen. Zudem kommt hinzu, dass das Internet inzwischen eine gute Möglichkeit war, Musik zu präsentieren ohne viel Geld für Promotion neuer Alben zu investieren.

2009 präsentierten OMD im Internet ein freies Demo, welches bald auch auf Youtube kursierte. Der Titel "Sister Marie says", der lange als erste Single für ein neues OMD-Album betrachtet wurde. Die Demo-Version wurde aber bereits 1996 für das Album "Universal" aufgenommen, kam jedoch dann doch nicht mit auf das Album, weil es Andy zu sehr "Enola gay" ähnelte und von der Gesamtstimmung des Albums zu sehr abweicht.

OMD blieben auch 2010 nicht untätig. Zwar wurde von der Veröffentlichung eines "Unreleased albums" abgesehen, dafür wurde an einem brandneuen Album gearbeitet, was immer wieder auch für Live-Auftritte unterbrochen wurde. Bald wurde das erste neue Studioalbum seit 1996 angekündigt. "History of Modern" sollte am 17.September 2010 erscheinen. Die erste Single sollte "If you want it" sein. Es ist ein kraftvoller, tragender Song mit klarem OMD-Wiedererkennungswert. Er erreichte in Deutschland auf Anhieb Platz 49 in den Single-Charts.

2010 gab es im Zuge der Veröffentlichung von "History of Modern" eine große Tournee mit umjubelten Auftritten. Bescheiden war dann jedoch die Resonanz der darauffolgenden Single-Auskopplung "Sister Marie says". Die neu überarbeitete Version wurde in keinen Charts notiert (außer in unteren Bereichen der Englischen Top 200) und fand wenig öffentliche Wahrnehmung. Erst im März 2011 wurde mit  "History of Modern Part 1" eine dritte Single veröffentlicht, allerdings als "Extended Play" in Limited edition. Vielfach wurde bemängelt, dass Titel wie "New Babies:new toys" oder "History of Modern Part 1" nicht als erste beiden Singles ausgewählt wurden. Die Band betonte im Sommer 2010, dass einigen (vermutlich Londoner bzw. Liverpooler) Radiostationen verschiedene Demos von Songs aus dem neuen Album zugesendet wurden und der Tenor war, dass sie "If you want it" und "Sister Marie says" im Radio spielen würden. So war die Entscheidung über die Wahl der ersten beiden Singles gefallen. In Deutschland sind diese beiden Titel schon bald nach der Veröffentlichung nicht mehr im Radio zu hören, mit OMD verbinden die meisten Menschen weiterhin die Hits aus den 80er-Jahren, welche im Radio weiterhin gelegentlich gespielt werden. Andy Mc Cluskey sagt heute, man muss das akzeptieren und OMD ist heute keine Band, die Radiohits haben wird.

OMD 2007

(Quelle: http://www.germanmanoeuvres.com )

 

Eine weitere Single-Auskopplung, nämlich "New Babies;New toys", die von Andy im Spätsommer 2011 für die USA ankündigte, fand als Download-Track offenbar statt, jedoch ein Jahr nach dem Erscheinen des Gesamt-Albums ohne nennenswerte Wahrnehmung. In den USA wurde zudem ein Track veröffentlicht mit dem Titel "Save me". Ein Mash-Up-Track mit Elementen aus "Messages", der OMD-Single aus dem Jahr 1980. Für diese Veröffentlichung, wurde der Gesang von Aretha Franklin verwendet. In den USA war dies eine Single und auf dem Gesamtalbum als 14.Track gepresst. In Deutschland fehlt dieser Track auf dem Album, er kursiert lediglich als kurzer Schnipsel auf Youtube.

Das Album dagegen war ein schöner Erfolg, insgesamt wurden weltweit laut Andy 120.000 Exemplare verkauft. Platz 5 in den deutschen Album-Charts ist die höchste Platzierung, die je ein OMD-Album in Deutschland erreichte. 9 Wochen war es in den Top 100 der Media-Control-Albumcharts vertreten (veröffentlicht werden nur die Top 50).

 

History of Modern (Part 1) (3.Single aus "History of Modern" - Veröffentlichung: 7.März 2011)

 

 


New Babies;New toys (Livevideo veröffentlicht 17.08.2011)

 

 

2011 gab es eine weitere Konzertreihe in Deutschland, die "History of Modern Part 2-Tour". Schnipsel vom Auftritt am Dresdener Elbufer. Eine Veranstaltung mit dem wunderschönen Rahmen der beleuchteten Dresdener Altstadt:

 

 

 

OMD planten im Jahr 2011 ein Album mit dem Arbeitstitel "English Electric". Allerdings wollen sie sich Zeit lassen und nicht wie in den mittleren 80ern von Album zu Album hetzen. In Interviews zu dieser Zeit betonten OMD immer wieder, dass sie den Fehler viel zu oft gemacht haben, sich nicht genug Zeit gelassen zu haben für ein Album. "History of Modern" dauerte mehrere Jahre, in denen die Songs nach und nach "wuchsen". Im Gegensatz zu den Aufnahmesessions zu "History of Modern", als sich Andy und Paul teils über das Internet immer wieder neue Musikvorschläge zusendeten, produzierten sie diesmal "English electric" quasi "dauerhaft unter einem Dach".

Im Frühsommer 2012 gaben OMD bekannt, dass das Album "English Electric" im März 2013 erscheinen wird.


 

neues Interview mit Andy Mc Cluskey 2013:


hier klicken...

Sehr interessante Interviews mit Andy Mc Cluskey aus 2011:

http://www.contactmusic.com/new/home.nsf/interview/interview-with-andy-mccluskey-from-omd-july-2011

und

http://www.electricity-club.co.uk/html/int_mcluskey.html

 


 

ENGLISH ELECTRIC - NEUES ALBUM 2013

 

Neben den experimentellen Tracks  "Decimal" und "Please remain seated" und dem experimentellen "Atomic Ranch" sollte der erste veröffentlichte Song des neuen OMD-Albums  "Metrolandsein. Der Track ist auf dem Album über 7 Minuten lang, was seine Wahl als Single etwas erstaunlicher macht. Für die Download-Single wurde eine 3:45-Minuten- Radio-Edit geschaffen, welcher am 25.März 2013 offiziell erschien. Ursprünglich wurden Helen of Troy", "Night Cafe" oder "Dresden" als erste Singleauskopplung erwartet. Diemal hatten Andy und Paul sich dafür entschieden, sich für die Wahl der ersten Single auf ihr eigenes "Bauchgefühl" zu verlassen. Metroland ist ein minimal-elektro-Stück, dessen Refrain leicht ins Ohr geht. Von den vorgehenden OMD-Singles weicht dieser Titel deswegen ab, weil hier ein leichter und ganz simpel instrumentierter Track ausgekoppelt wurde.

English Electric ist ein mehr konzeptionelles Album als sein Vorgänger aus dem Jahr 2010. Was dem unbedarften Hörer zuerst sperrig vorkommen mag, sind einige  sehr experimentellen Stücke, in denen verschiedene Ansagen und Roboter- bzw Virtuellstimmen  und Schnipsel zu Soundcollagen zusammengesetzt wurden. Diese ergeben dann zusammen mit den weiteren Tracks ein stimmiges Bild. "What does the future sound like" ist hierbei so eine Art Übergebriff. Es geht um die Zukunft, wie diese klingen, aussehen, sein mag. Dabei ist man mit "The future will be silent" oder dem spärischen "Our system" durchaus mutig. "Helen of troy" ist hingegen auch eine Hommage an die Zeiten zu Beginn des simplen Synthipops. Wer Musik dieser Zeit (auch Anfängszeiten der jungen Band Depeche-Mode) mag, wird hier ebenso Gefallen finden. "Dresden" hingegen ist ein opulenter Popsong, bei dem der auffallende bummernde Bass von Andy Mc Cluskey an "Enola gay" erinnert.

Das Album erreichte im April 2013 Platz 10 in den deutschen- und Platz 12 in den englischen Album-Charts. In den Independent-Charts erreichte "English Electric" in Deutschland Platz 1.

 

 

 

Am 11.02.2013 gab es beim Englischen Sender BBC6-Radio die Vorstellung der neuen Single Metroland. Die Radio-Version ist diese:

--> http://www.muzu.tv/omd-germany/omd-metroland-musikvideo/1790939/#

"English Electric" übertrifft seinen bereits durchaus gelungen Vorgänger History of Modern, auch weil ein roter Faden durch das ganze Album geht. "Back to the roots" ohne sich selbst wieder neu zu erfinden. Zusammen mit dem Vorgänger "History of Modern" wurden laut Andy Mc Cluskey über 200.000 Kopien der letzten beiden Alben verkauft.

"Dresden" war als CD-Single nur über den firebrandstore.com-Vertrieb zu erwerben, ansonsten nur als Download. Dies ist ein markanter Unterschied zu den früheren Single-Veröffentlichungen von OMD bis 2010. "Night cafe" erschien im September 2013 als dritte Single aus "English Electric". Die Single ist in Deutschland in den Läden erhältlich und enthält neben allen B-Seiten aus der "English-Electric-Ära" auch den brandneuen Song "Kill me". Zur Vorstellung von "Night cafe" waren OMD im September 2013 u.a. bei der Harald Schmidt-Show und im ZDF im Vormittagsprogramm zu sehen.

 

OMD im Jahr 2012

 

Anfang 2013 wurde den Tourneedaten für kommenden Sommer in vielen Ländern Europas veröffentlicht. Darunter unter anderem auch etliche deutsche Städte wie Hamburg, Köln und Leipzig. Bei der  "English-Electric-Tour" werden OMD in Deutschland von Vile Electrodes als Vorgruppe begleitet. Die Band ist darüberhinaus wohl inzwischen zu den Indie-Bands zu zählen.

Neben der English-Electric-Deutschland-Tour hielten OMD noch einige kleinere, aber launige Auftritte in Süddeutschland, unter anderem in Saarbrücken, Frankfurt und Stuttgart. Hier eine Kostprobe aus dem Tonstudio Stuttgart:

 

 

 

Man kann insgesamt natürlich auch hoffen, dass die Band insgesamt zusammen bleibt und auch gesundheitlich alles beim Besten ist. Andy Mc Cluskey tut seine ausgefallene Tanzerei bei den Auftritten sichtlich gut. Eigener Aussage nach hatte über 10 Kilo seit 2005 bis zum Jahr 2010 abgenommen. Mal Holmes hatte bis 2005 einige Herzoperationen und Martin Cooper ein langjähriges Rückenleiden. Im Sommer 2013 hatte Mal erneut einige Gesundheitsprobleme und musste nach einem Herzinfarkt mit Herzstillstand ins Krankenhaus. Die Band hat daraufhin die English-Electric-Tour 2013 abgebrochen. Mal ist im September 2013 laut der Band wieder auf dem Wege der Besserung.

OMD haben nun nach 4 Jahren der Produktion zweier neuer Studio-Alben sowie weltweiter Konzertauftritte eine Phase vor sich, in der es um Regeneration und laut Andy auch um das "Wiederankoppeln" an ihre eigenen privaten Leben außerhalb OMD geht. Mit der Single "Night cafe" und dem veröffentlichten Song "Kill me" schließen OMD laut dem Statement von Andy ein Kapitel in der Geschichte von OMD. Was einst danach kommt, muss man sehen.

 


 

Diskografie

 

 Alle OMD-Singles

(höchste Platzierung Single-Charts D / UK)

 

Jahr

   

aus dem Album

UK

1979

 

Electricity

Orchestral Manoeuvres in the Dark

-

99

1980

 

Red frame, white light

Orchestral Manoeuvres in the Dark

-

67

 

 

Messages

Organisation

-

13

 

 

Enola gay

Organisation

-

8

1981

 

Soevenir

Architecture & Morality

39

3

 

 

Joan of Arc

Architecture & Morality

-

5

1982

 

Maid of Orleans

Architecture & Morality

1

4

1983

 

Genetic Engineering

Dazzle ships

20

20

 

 

Telegraph

Dazzle ships

39

42

1984

 

Locomotion

Junk Culture

14

5

 

 

Talking Loud And Clear

Junk Culture

18

11

 

 

Tesla girls

Junk Culture

-

21

 

 

Never turn away

Junk Culture

-

70

1985

 

So in Love

Crush

18

27

 

 

Secret

Crush

25

34

 

 

La femme accident

Crush

-

42

1986

 

Forever Live and die

The Pacific Age

8

11

 

 

We love you

The Pacific Age

-

54

1987

 

Shame

The Pacific Age

-

52

 

 

If you leave

Soundtrack Pretty in Pink

-

48

1988

 

Dreaming

Best of OMD

26

50

1991

 

Sailing On the Seven Seas

Sugar Tax

9

3

 

 

Pandora´s box

Sugar Tax

11

7

 

 

Then you turn away

Sugar Tax

56

50

 

 

Call my name

Sugar Tax

28

50

1993

 

Stand Above me

Liberator

33

21

 

 

Dream of me

Liberator

53

24

 

 

Everyday

Liberator

60

59

1996

 

Walking on the Milky Way

Universal

53

17

 

 

Universal

Universal

-

55

2010

 

If you want it

History of Modern

49

176

 

 

Sister Marie says

History of Modern

-

169

2011

 

History of Modern (Part I)

History of Modern

-

-
2013  

Metroland

English Electric - -
   

Dresden

English Electric - -
   

Night cafe

English Electric - -

 


 

 Die OMD-Alben

(höchste Platzierung Album-charts D und UK)

 

Jahr   Album D UK
1980   Orchestral Manoeuvres in the Dark - 27
1980   Organisation - 6
1981   Architecture & Morality 8 3
1983   Dazzle ships 11 5
1984   Junk Culture 32 9
1985   Crush 23 13
1986   The Pacific Age 15 15
1988   The Best of OMD 8 2
1991   Sugar Tax 8 3
1993   Liberator 17 14
1996   Universal 39 24
1998   The OMD-Singles 30 16
2000   John Peel Sessions (frühe Versionen) - -
2001   Navigation (B-Sides-Album) - -
2008   Messages (Singles, Promovideos) - -
2010   History of Modern 5 28
2013   English Electric 10 12

 

 

Quelle Charts: http://de.wikipedia.org/wiki/Orchestral_Manoeuvres_in_the_Dark/Diskografie

 

 

 

Marco Puckert, letzte Änderung: 2.01.2014

 

 

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